Schulleitende im Austausch: Schule von morgen gestalten

Schulleitende beurteilen den informellen Austausch als bedeutsames Lernfeld. Die interkantonale Fachtagung der PHBern trägt dem besonders Rechnung.
Manfred Kuonen

In der Bildungswelt stehen Schulleitungspersonen an vorderster Front, wenn es um die Gestaltung und Weiterentwicklung von Schulen geht. In diesem anspruchsvollen Aufgabenbereich ist lebenslanges Lernen unerlässlich. Wie können sich Schulleitungen dieser Herausforderung stellen? Der Schulleitungsmonitor (Tulowitzki, Sposato, Pietsch & Berger, 2023) gibt Auskunft darüber, welche Angebote die Schulleitenden als gewinnbringend einschätzen.

Der Schulleitungsmonitor zeigt: informeller Austausch ist wichtig

Der kürzlich erschienene schweizerische Schulleitungsmonitor (Tulowitzki et al., 2023) hat herausgefunden, dass Schulleiter:innen insbesondere den informellen Austausch mit anderen Schulleitungen als gewinnbringende Lerngelegenheit empfinden. Lernen von anderen oder auch Peer-Learning genannt, ist offensichtlich ein vielversprechendes Weiterbildungsformat. Diese kooperative Lernform, welche die wechselseitige Interaktion zwischen zwei Führungspersonen im Fokus hat, soll den Austausch von Wissen, Ideen und Erfahrungen ermöglichen.

Quelle: Tulowitzki, P., Sposato, G., Pietsch, M., & Berger, J. (2023). Schulleitungsmonitor Schweiz 2022 – Kurzbericht zu Weiterbildung und Professionalisierung. Pädagogische Hochschule FHNW. https://dx.doi.org/10.26041/fhnw-4876

Drei Gründe für Peer Learning in Führungspositionen

Was macht Peer Learning in Führungspositionen so wertvoll? Die folgenden drei Schritte scheinen mir dabei von Bedeutung zu sein:

  • Erfahrungen teilen: Schulleitungspersonen sind oft sehr einsam in der Führungsrolle unterwegs. Sie können ihr Handeln nicht mit den Lehrpersonen reflektieren und sind auf sich allein angestellt. Andere Schulleitungspersonen stehen meistens vor den gleichen Herausforderungen und Fragestellungen. Durch den Austausch mit Gleichgesinnten können Erfahrungen geteilt und neue Lösungsansätze gefunden werden. Best practice Beispiele der anderen inspirieren die eigene Arbeit.
  • Netzwerke aufbauen: Eine nicht zu unterschätzende Nebenwirkung von Peer Learning ist der Aufbau von Netzwerken. Das Teilen von Erfolgs- und Misserfolgsgeschichten fördert das gegenseitige Vertrauen und die Zusammenarbeit mit Gleichgesinnten. Die Sicherheit im eigenen Schulleitungshandeln nimmt zu, was wiederum nachweislich positive Effekte auf die Leistung der Lehrpersonen und der Schüler:innen hat. Starke Netzwerke unterstützen somit einerseits die eigene Führungsstärke und andererseits eine bessere Positionierung der Schule.
  • Wissen erweitern: Während evidenzbasiertes Wissen hauptsächlich in traditionellen Aus- und Weiterbildungsformaten für Schulleitende angeboten wird, ist Peer Learning die Reflexion des Praxiseinsatzes dieses Wissen. Welche Ansätze erweisen sich im Berufsalltag als gewinnbringend? Der Dialog mit Gleichgesinnten zeigt, dass andere Praxisumsetzungen auch erfolgreich sein können. Peer Learning hilft, die eigene Sichtweise zu reflektieren, eine andere Perspektive einzunehmen und das eigene Wissen und Handeln zu erweitern

Die IKAS-Tagung bietet Gelegenheit zum informellen Austausch

Erfahrungen teilen, Netzwerke aufbauen und Wissen erweitern sind folglich wesentliche Erfolgsfaktoren für lebenslanges Lernen. Diesen Dreischritt versuchen wir in unseren Weiterbildungsangeboten für Schulleitende bewusst zu integrieren. Neben Fachinputs und Workshops bietet gerade die jährliche interkantonale Tagung für Schulleitende aus Bern, Freiburg und Wallis (IKAS-Tagung) die Gelegenheit für informellen Austausch. Zwei Tage im Austausch mit anderen Schulleitungen, um die Schule von morgen zu gestalten. Umrahmt von einem attraktiven Rahmenprogramm in einem herrlichen Ambiente hat der informelle Austausch hohe Priorität. Die Kraft der Vielfalt nutzen, lautet der Untertitel der Tagung.

Nutzen Sie die Kraft der Vielfalt, so wie es der Untertitel der Tagung verspricht. 96% der Schulleitenden finden den informellen Austausch mit anderen Schulleitungen als gewinnbringend. Gehören Sie auch dazu und ergreifen die Gelegenheit, sich am 8./9. September im Wallis mit anderen Schulleitenden auszutauschen?

Der Beitrag gibt die Sicht der Autorin bzw. des Autors wieder.
Manfred Kuonen ist Leiter Zentrum für Schulführung und Schulentwicklung am Institut für Weiterbildung und Dienstleistungen der Pädagogischen Hochschule PHBern.

2 Antworten

  1. Ja genau Coachinggruppen unterstützen sich – wir geben den Rahmen dazu. Ich bin überzeugt davon, dass wir die Schulleitenden und Tagesschulleitenden, einzig dadurch, dass wir den Rahmen und die Struktur bieten, sich gegenseitig zu stärken. In schwierigen Personalsituationen , in schwierigen strukturellen Gegebenheiten und schwierigen Situationen mit Schülerninnen und Schülern und der Öffentlichkeit . Wir sind für die Leitenden da. Unkompliziert und kompetent.

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