Grabe, wo du stehst – Geschichte entdecken am eigenen Ort

Ein Haus am Helvetiaplatz zeigt beispielhaft, wie Gebäude für den RZG-Unterricht lebendig werden können. Mit Fotos, Plänen und alten Zeitungen wird Vergangenheit sichtbar und erfahrbar. Die Methode «Grabe, wo du stehst» zeigt, wie das geht und lässt sich danach überall anwenden.

Ein Ort mit Geschichte

Wer heute das Medienzentrum am Helvetiaplatz besucht, ist an einem Ort mit Geschichte. Die frühere Schulwarte wurde 1879 als schweizerische permanente Schulausstellung gegründet, 1935 wurde das neue Gebäude am Helvetiaplatz 2 als Schulwarte eröffnet. Bis heute unterstützt das Medienzentrum Lehrpersonen mit Unterrichtsmaterialien von analog bis digital.

Medienzentrum der PHBern am Helvetiaplatz 2

Lernen am eigenen Ort

Hier passt die Methode «Grabe, wo du stehst» besonders gut. Sie startet mit Fragen: Was war der Ort früher? Wer nutzte ihn? Wie hat er sich im Lauf der Zeit verändert? Genau so kann Geschichtsunterricht beginnen. Schülerinnen und Schüler sollen mit Texten, Bildern, Fotografien und Karten arbeiten und Orte als geschichtliche Lernorte nutzen.

Spurensuche im Archiv

Die Suche beginnt nicht im Lehrbuch, sondern mit Spuren. In Archiven, zum Beispiel im Online-Katalog des Stadtarchivs, können Schülerinnen und Schüler nach Fotos, Plänen und Textdokumenten suchen. Historische Pläne lassen sich mit dem heutigen Raum, zum Beispiel mit den online verfügbaren Karten von Swisstopo, vergleichen. So sehen Lernende schnell, wie sich ein Ort im Lauf der Zeit verändert hat.

Alte Zeitungen erzählen mit

Auch die Schweizerische Nationalbibliothek ist für dieses Lernen wichtig. Sie stellt digitalisierte Zeitungen auf e-newspaperarchives.ch online zur Verfügung. Die Plattform ist frei zugänglich und bietet eine Volltextsuche, sodass einzelne Artikel gezielt gefunden werden können. Eine Klasse kann nachlesen, wie über die Schulwarte in verschiedenen Zeiten berichtet wurde, dann wird sichtbar: Geschichte besteht nicht nur aus Fakten, Geschichte wird auch erzählt.

Vom Fundstück zum eigenen Produkt

Im Medienzentrum endet die Arbeit nicht mit Lesen, die Mediothek bietet nebst Büchern auch ausleihbare Medien- und Materialkisten mit Podcast-Sets, Stopmotion-Material, Fotokameras und AR/VR.
Digital verfügbare IdeenSets unterstützen zudem den Umgang mit den angebotenen Geräten und bieten viele weitere Ideen für die Umsetzung des Projekts.
Die recherchierte Geschichte kann so in eine neue, moderne Form gebracht werden, zum Beispiel mit einem Podcast, einem Trickfilm oder einem digitalen Rundgang. Aus alten Fotos, Plänen und Zeitungsartikeln wird eine lebendige und erlebbare Geschichte.

Was dieses Beispiel zeigt

Das Beispiel “Von der Schulwarte zum Medienzentrum” zeigt, was im Geschichtsunterricht möglich ist. Schülerinnen und Schüler arbeiten mit echten Quellen, forschen an einem realen Ort und entwickeln aus ihrer Recherche eine eigene Darstellung. So wird Geschichte nah, konkret und einprägsam. Was am Helvetiaplatz 2 funktioniert, lässt sich auch mit Schülerinnen und Schülern und der Methode «Grabe, wo du stehst» im eigenen Schulhaus, Dorf oder Quartier umsetzen und für das Lernen am eigenen Ort nutzen.

Was steckt hinter der Methode?

Die Methode wird z.B. im Lehrmittel “Weltsicht” beschrieben, das am Helvetiaplatz 2 ausgeliehen werden kann. Oder komm einfach vorbei und lass dich von unserem Team beraten:

Der Beitrag gibt die Sicht der Autorin bzw. des Autors wieder.
Monika Ramseier ist Mitarbeiterin Mediothek am Institut für Weiterbildung und Dienstleistungen an der Pädagogischen Hochschule PHBern.
Samuel Bärtschi ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Weiterbildung und Dienstleistungen der Pädagogischen Hochschule PHBern.

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