MINT und Making – das perfekte Duo für kreatives und praxisnahes Lernen!

Wenn Lernende tüfteln, programmieren und experimentieren, werden MINT-Konzepte greifbar und Innovationen entstehen. Erfahren Sie, warum die Verbindung beider Ansätze nicht nur motiviert, sondern auch entscheidende Zukunftskompetenzen vermittelt.

In den letzten Jahren haben sowohl die MINT-Förderung als auch die Making-Bewegung in Schulen an Bedeutung gewonnen. Beide verfolgen das Ziel, Lernende auf ihre Welt von morgen vorzubereiten, ihre Kreativität zu fördern und sie dazu zu befähigen, eigenständig innovative Lösungen für Herausforderungen zu entwickeln. Zwar kann Making auch ohne MINT-Inhalte vermittelt werden und umgekehrt, doch die Verbindung beider Ansätze schafft eine besonders motivierende und praxisnahe Lernumgebung.

Maker Education und Making

Maker Education ist ein Bildungsansatz, der praktisches und kreatives Lernen in den Mittelpunkt stellt. Beim Making setzen sich Lernende aktiv mit modernen Technologien auseinander – sie bauen, programmieren, experimentieren und gestalten. Ob mit 3D-Druckern, Mikrocontrollern, traditionellen Handwerksmaterialien oder Software: Making ermutigt dazu, Probleme durch projektbasiertes Arbeiten und kreatives Denken zu lösen. Neben technischen Fertigkeiten werden oft auch Soft Skills wie Zusammenarbeit, Projektmanagement und den konstruktiven Umgang mit Fehlern als Teil des Lernprozesses geübt.

Seinen Ursprung hat die Maker-Bewegung in der DIY-Kultur (Do It Yourself), die seit den frühen 2000er Jahren an Popularität gewonnen hat. Menschen lernen am besten, indem sie Dinge selbst ausprobieren und aktiv gestalten. Die vergangenen Jahre zeigen, dass sich der pädagogische Ansatz Maker Education nach und nach in Schulen, Hochschulen und ausserschulischen Bildungseinrichtungen etabliert.

Bedeutung der MINT-Förderung

Die MINT-Förderung zielt darauf ab, Kompetenzen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu entwickeln. Kinder und Jugendliche sollen sich souverän in einer technisierten Welt bewegen und erkennen, welche vielfältigen Berufsperspektiven dieser Bereich bietet. Dabei sollen auch stereotype Vorstellungen über MINT und Geschlechterrollen abgebaut werden.

MINT-Unterricht kann sowohl fachspezifisch als auch interdisziplinär gestaltet werden. Immer häufiger kommen problemorientierte, projektbasierte Ansätze zum Einsatz, um komplexe Fragestellungen zu bearbeiten, etwa zu Themen wie Energie, Mobilität, Stadtklima oder Automatisierung. Durch diesen praxisnahen Zugang erlangen Lernende nicht nur technische Fertigkeiten, sondern trainieren auch kritisches Denken und die Entwicklung von kreativen Problemlösungsstrategien.

Warum MINT und Making ein ideales Duo sind

Die Verknüpfung von MINT und Making bietet zahlreiche Vorteile:

  • Praxisnahes Lernen: MINT-Themen können durch Making erlebbar gemacht werden. Mathematische und naturwissenschaftliche Konzepte lassen sich direkt in Projekten anwenden, etwa beim Bau eines Roboters oder der Entwicklung eigener Programmierungen.
  • Kreativität und Innovation: Making fördert die Entwicklung kreativer Problemlösungsstrategien. Lernende werden ermutigt, eigene Ideen zu entwickeln sowie bewährte und neue Technologien innovativ zu nutzen.
  • Motivation und Lernfreude: Durch das selbstbestimmte und aktive Lernen steigt die Motivation. Projekte mit realem Bezug sind für viele Lernende ansprechender als reine Theorie und ermöglichen ein effektives Lernen durch Handeln.
  • Entwicklung wichtiger Soft Skills: Neben fachlichem Wissen werden durch die Kombination von MINT und Making auch die sogenannten 4K-Fähigkeiten (Kollaboration, Kommunikation, kritisches Denken und Kreativität) gefördert.
  • Zukunftsorientiertes Lernen: In einer zunehmend digitalisierten Welt sind MINT- und Making-Kompetenzen gefragter denn je. Die Kombination dieser Ansätze bereitet Lernende optimal auf die Anforderungen der Arbeitswelt vor.

MINT und Making an der PHBern

Immer mehr Bildungsinstitutionen integrieren MINT und Making in ihren Unterricht. Maker Spaces bieten Lernenden die Möglichkeit, mit neuen Technologien zu experimentieren und eigene Projekte umzusetzen.

Auch die PHBern setzt auf diesen innovativen Ansatz. Im LabSpace stehen Studierenden und Mitarbeitenden Arbeitsplätze für Making-Projekte zur Verfügung. Der maker corner am Helvetiaplatz bietet Lehrpersonen die Gelegenheit, verschiedene Technologien und Materialien auszuprobieren und sich beraten zu lassen. Zudem unterstützt die PHBern Lehrpersonen mit passendem Unterrichtsmaterial: online verfügbare IdeenSets sowie Medien- und Materialkisten, die für den Unterricht ausgeliehen werden können.

Im Bereich MINT engagiert sich die PHBern sowohl in der Aus- und Weiterbildung als auch mit spezifischen Angeboten für Schulklassen. Auf der Seite der MINT-Förderung der PHBern findet sich eine ganze Übersicht.

Im Herbst 2026 steht Lehrpersonen am Helvetiaplatz zudem ein Unterrichtsatelier zum Thema “makeMINT” zur Verfügung. Dieses kann nach vorgängiger Anmeldung mit Schulklassen besucht werden, um oben erwähntes Setting hautnah mitzuerleben. Anmeldungen werden ab Sommer 2026 entgegengenommen.

Der Beitrag gibt die Sicht der Autorin bzw. des Autors wieder.
Jasmin Borer ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut Sekundarstufe I der Pädagogischen Hochschule PHBern.
Cornelia Epprecht ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Weiterbildung und Dienstleistungen der Pädagogischen Hochschule PHBern.

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