Ein Feuerwerk der Kreativität: sprachliche und kulturelle Vielfalt im Unterricht produktiv nutzen

Die Teilnehmenden des aktuellen CAS Sprachförderung in mehrsprachigen Klassen sind im Endspurt. Sie haben gelernt, Theorie und Praxis zu verbinden. Ein Fazit.

Die Abschlussveranstaltungen des letzten CAS Sprachförderung in mehrsprachigen Klassen sind in vollem Gange — und ich bin begeistert! Als Studienleiterin erlebe ich diese Momente immer als ganz besonderen Höhepunkt: Es ist die Zeit, in der wir gemeinsam zurückblicken und gleichzeitig nach vorne schauen — voller Stolz auf das, was die Teilnehmenden in den vergangenen Monaten gelernt, reflektiert und erschaffen haben

Ein Feuerwerk an Ideen und Inspiration

An drei intensiven Präsentationstagen haben die Lehrpersonen ihre Abschlussarbeiten vorgestellt — und was für eine Vielfalt und Innovationskraft sie dabei gezeigt haben! Jede Idee sprüht vor Kreativität und gleichzeitig vor Praxisnähe. Es sind durchdachte und umsetzbare Konzepte für den Unterricht, die genau da ansetzen, wo Sprachförderung im Alltag passiert:

  • Da ist zum Beispiel Olaf, der Einsiedlerkrebs — eine Handpuppe, die im Kindergarten mit den Kindern auf Standarddeutsch spricht und damit auf spielerische Weise ihre Sprachkompetenz stärkt. Ein tolles Beispiel dafür, wie alltagsintegrierte Sprachförderung aussehen kann — nah an der Lebenswelt der Kinder und voller Interaktion.
  • Oder das interaktive Tool für mehrsprachige Neuankömmlinge, das sie dabei unterstützt, sich im Schulalltag von der Begrüssung am Morgen bis zur Erklärung der wichtigsten Abläufe im Klassenzimmer zu orientieren. Ein wunderbares Instrument, das nicht nur sprachliche Barrieren abbaut, sondern auch zur sozialen Integration beiträgt.

Mehr Wert

Besonders berührend sind für mich die persönlichen Erkenntnisse der Teilnehmenden, die über den fachlichen Rahmen hinausgehen, wie z.B.:

  • «Dank dem CAS ist mir bewusst geworden, wie wichtig Empathie gegenüber den mehrsprachigen Schüler:innen ist.»
  • «Ich habe erkannt, wie wertvoll es ist, mehrsprachige Eltern in den Lernprozess einzubeziehen und so ihre Partizipation zu fördern.»

Diese Aussagen zeigen, dass Sprachförderung weit mehr ist als nur der Erwerb von Grammatik und Wortschatz, sie ist Beziehungsarbeit, Brückenbau und eine gelebte Haltung der Wertschätzung gegenüber der sprachlichen und kulturellen Vielfalt unserer Klassen.

Ich freue mich darüber, zu sehen, wie die kreativen Ansätze in den Klassenzimmern weiterleben und wachsen. Denn genau das ist es, was den CAS Sprachförderung ausmacht: Theorie und Praxis verbinden — mit Herz, Verstand und einer grossen Portion Innovationsgeist.

Teilnehmerinnen des aktuellen CAS Sprachförderung in mehrsprachigen Klassen

CAS Sprachförderung in mehrsprachigen Klassen

Das Anmeldefenster für die nächste Lehrgangsdurchführung ist noch bis zum 1. Mai 2025 geöffnet.

Der Beitrag gibt die Sicht der Autorin bzw. des Autors wieder.
Yuliya Pyvovar ist Dozentin am Institut für Weiterbildung und Dienstleistungen der Pädagogischen Hochschule PHBern.

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